Nachhaltige Politik durch Bürger_innenbeteiligung

Schildkroete_MeerAls im 15. Jahrhundert die Hochseeschifffahrt aufkam, reiste man in einem Tempo,dass noch überschaubar war und Pferdegeschwindkeiten galten bereits als schnelles Reisemittel.

Die Ära der geringen und mittleren Geschwindigkeiten hat sich mit der Elektronisierung des Weltverkehrs innerhalb kurzer Zeit rasant verändert. Die bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts geltenden Geschwindigkeitsmaßstäbe wurden durch Internet, Mobiltelefonie und technischen Fortschritt mittlerweile vervielfacht. Durch die überschnellen Medien entstand eine Synchronwelt, örtlich weit weg, z. B. auf der anderen Seite des Erdballs, und dennoch im hier und jetzt in unseren Wohnzimmern präsent.
Allerdings sind wir auf eine Existenz in Gleichzeitigkeit (Tag- und Nachtrhythmus, Jahreszeiten, Raum und Zeitorientierung) biologisch und intellektuell nicht gut vorbereitet, sondern quasi hineingestossen worden. Inwieweit wir dennoch gut agiert und reagiert haben, wird retrospektiv zu betrachten sein.

Rückbesinnen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen
Zur Entschleunigung zählt auch ein Rückbesinnen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, die Nutzung erneuerbarer Energien und ein Verzicht auf das blinde Produzieren von Wegwerfprodukten. Geplante Obsoleszenz, also eine vom Hersteller absichtliche Verringerung der Lebensdauer eines Produkts z. B. durch die Verwendung von billligen oder nicht austauschbaren (Plastik-)Teilen, führt zu einem Überschuß an Waren sowie giftigen und nicht weiter verwertbaren Materialien.

Nachdenkprozesse und politische Partizipation als Luxus
Entschleunigung hat viel mit Innehalten und Nachdenken zu tun. Ein Luxus, den sich die wenigsten leisten können. So lange die Existenzsicherung im Vordergrund steht, bleibt wenig Zeit für Diskussion, Nachdenkprozesse und politische Partizipation sowohl im unmittelbaren Lebensumfeld und darüber hinaus, z. B. durch die Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts.

Bürger_innenbeteiligung braucht Zeit. Einander Zuhören, das Abwägen von Argumenten und das Finden von Positionen funktioniert nur wenn Menschen zueinander in Beziehung treten und sich auf die anderen Beteiligten einlassen. Sie ist somit ein ideales Instrument um Welt zu  gestalten und positiv zu verändern.

Politisch betrachtet hat die Synchronisation der Welt im Zusammenrücken und Aufeinander-Abstimmen der Akteure des Weltsystems durchaus auch positive Aspekte, vor allem beim Umgang mit internationalen und humanitären Krisen.

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